Ein kurzer Rückblick auf die letzten beiden Wochen in China – “Kriminalstatistische Telefonate im Taxi, Ok?” Wow, es hat sich einiges getan in den letzten beiden Wochen und ich viel erlebt. Bei uns gibt es ja den Slogan “Wien ist anders”. Bullshit. China ist anders – komplett anders. Zuerst einmal sind sie (Taxifahrer ausgenommen) sehr nett und herzlich, auch wenn man sie nicht versteht. Fleissig sind sie auch, an die Baustelle die 24 Stunden, 7 Tage die Woche in Betrieb ist hab ich mich zum Beispiel schon ganz gut gewöhnt. Aber das heute um 6 Uhr morgens der Rasen gemäht wurde, dafür habe ich kein Verständnis. Das Benehmen ist für mich als Europäer eher als “ungezogen” einzustufen, aber man gewöhnt sich daran und sie sind’s halt so gewohnt. Ausländische Essenskultur gibt’s keine, heute waren wir bei “Big Pizza”, ein All-you-can-eat Pizza-Buffet. Ganz ehrlich – mir ist das chinesische Fast-Food-Essen lieber, weil so ein Mix aus Pizza und als Beilage Huhn, das kann nicht wirklich was.
Die Kommunikation mit der Heimat gestaltet sich als etwas schwieriger als erwartet. Wir sind zwar hochtechnisiert, aber so richtig will das Internet nicht (4% Packet loss!), dann geht Skype wieder mal nicht, VoIP der Firma streikt… und auch die Zeitverschiebung macht zu schaffen, wenigstens versteht mich niemand wenn ich in der Firma telefoniere – ein Schelm wer böses denkt!
Aber dank E-Mail und Blog bleiben wir schon in Kontakt und es sind ja nur mehr rund 141120 Minuten bis ich Manuela vom Flughafen abhole! Und über den amerikanischen Gesprächs-Durchschnitt von 5 Minuten pro Tag kommen wir hinaus. Diese 5 Minuten gelten für Paare die länger als 5 Jahre zusammen sind und beinhalten “Milch ist aus”, “Wo ist die Butter” usw. Der Anteil an Gesprächen über die Beziehung an sich liegt bei 2 Minuten pro Tag. (Quelle: Rainer E.)
Zurück zur Arbeit – manche sind noch immer sehr zurückhaltend, besonders die Mädls trauen sich kaum. Aber auch die Männer sind teilweise sehr ruhig – der Gui und ich bemühen uns aber ein wenig Kulturaustausch zu betreiben und Leben in die Bude zu bringen. Das Büro – nicht nur im Aufzug sondern auch auf die selbe Bürofläche passen hier mehr Leute; an sich ja kein Problem. Nur die Klimaanlage schafft das ganze nicht mehr, deswegen ist die Raumtemperatur knapp an der Grenze zur Aussentemperatur und damit eindeutig zu hoch.
Oben schon erwähnter Rainer E. hat mich darauf aufmerksam gemacht das ich in diesem Blog hauptsächlich vom Taxi fahren oder Essen schreibe, deswegen habe ich einmal nachgerechnet, was ich den ganzen lieben langen Tag so mache:1,5h Taxifahren
- 2h Essen
- 10h Arbeiten
- 7,5h Schlafen
- 2h Bloggen, chatten, lesen
- 1h “Sitzungen” sowie Körperpflege
Nachdem ich nicht über die Arbeit schreiben will und die diversen “Sitzungen” wahrscheinlich eher niemanden interessieren bleib ich beim Schwerpunkt Essen und Taxifahren.
NCC+=2, NCC = 17
In den letzten zwei Wochen habe ich pro Tag im Schnitt eine nicht-chinesische Person gesehen, die Innenstadt einmal ausgenommen. Sollte mir das zu denken geben? Nein, die Strafen für Verbrechen gegen Ausländer sind sehr hoch und wirken wirklich abschreckend, ich fühle mich wirklich sehr sicher. Nur beim DVD kaufen muss man halt aufpassen das man nicht über’s Ohr gehauen wird – wobei sich der Schaden mit EUR 1,50 ja in Grenzen hält.
Mein Chinesisch habe ich auch etwas aufgebessert, zu den beiden Worten die ich bis jetzt schon konnte (你好 und Danke) ist dank Peter’s Blog ein neues hinzugekommen. Eines das sehr flexibel eingesetzt werden kann und viele Bedeutungen hat, je nachdem ich welchem Zusammenhang es verwendet wird. Es lautet “OK” und bedeuted in China “Was auch immer”, “Ich geb auf”, “Sie können das Taxi hier anhalten”, “Fu** you”, “Bitte die Schnellstraße verwenden, ich zahle die 5 Yuan Maut” und noch vieles mehr. Sehr vielseitig dieses Wort.
Den nächsten beiden Wochen sehe ich mit Freude entgegen, am Freitag kommt endlich Peter, dann sitz ich nicht mehr alleine rum. Weiters habe ich mir vorgenommen eine Wochenkarte im Fitnesscenter zu nehmen, damit Manuela mich wiedererkennt wenn sie ankommt. Auch mit dem Team läuft es inzwischen sehr gut, ich freu mich schon auf die weitere Zusammenarbeit mit ihnen!