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Und aus!

Nach 6 Wochen in Beijing bin ich gut nach Hause zurückgekehrt. Und habe erst jetzt Zeit ein paar Zeilen zum Abschluss zu schreiben. Dabei gäbe es noch so viel zu berichten… Die Geschichten vom “Prototype of a Silly Pretty Boy”, vom geklonten Stephen, von chinesischem Bier, Peking Duck, Mangos und illegalen DVD’s habe ich ja noch gar nicht erwähnt. Aber das meiste hab ich eh schon letztes Wochenende im Kreis der Familie und Freunde erzählt. Und sie mit Fotos beglückt. Bei einer guten Jause – Schweinsbraten und Aufstriche – haben wir uns die Laune trotz schlechter Bedienung nicht verderben lassen.

Für mich geht eine sehr interessante Erfahrung zu Ende – zumindest Teil 1, weil im August geht’s als Ausgleich zum luftverschmutzten Peking ab ins Silicon Valley, ab nach Kalifornien! Yeah! Darauf freu ich mich schon, wird sicher sehr viel Arbeit aber die Wochenenden werde ich mit Sightseeing verbringen. Was mich daran erinnert klarzustellen, dass ich nicht zum Urlaub nach San Jose fliege! Leider.

Ein paar Antworten zum Schluss:Würd ich wieder nach China gehen? Aber ja, sofort! Die Erfahrung ist es wert, wann hat man sonst Gelegenheit ein Land ein wenig besser kennenzulernen. Klar, das Taxi fahren ist lebensgefährlich, die Luft ist schlecht, aber das Projekt war gut, die Leute sehr gastfreundlich, die Erfahrung toll. Sofort wieder.

Würd ich länger als 6 Wochen nach China gehen? Kommt drauf an. Viel länger eher nicht. Kommt halt drauf an.

Wieder 2 Wochen Städtetrip-Urlaub? Wahrscheinlich nur mehr in Kombination mit einem Strandurlaub, weil so war es schon sehr anstrengend und nicht wirklich eine Erholung.

Aber jetzt ist’s wirklich aus.

Hong Kong

Was ist schon New York im Vergleich zu Hong Kong? Unser Kontrastprogramm zu Beijing ist sehr gelungen, die beiden Städte könnten unterschiedlicher nicht sein! Hong Kong ist einfach überwältigend. Dieses Wort trifft es am Besten – noch mit Koffer verlässt man die voll klimatisierte U-Bahn (auch die Stationen sind klimatisiert) und wird erschlagen. Von den Menschenmassen, von der Hitze, von der drückenden Luftfeuchtigkeit, von Reklamen und vom Verkehr. Im Vergleich zu Peking eine völlig andere Welt mit dem großen Vorteil das hier Englisch gesprochen wird. Man kann also sein Essen bestellen ohne sich wie ein Taubstummer vorzukommen.

Hong Kong ist nicht sonderlich groß, hat aber einiges zu bieten. Besonders beeindruckend ist natürlich die Sky-Line mit den Wolkenkratzern. Abends um 20 Uhr gibt es eine Lightshow, jeder Wolkenkratzer stellt ein anderes Instrument dar. Ein weiteres Highlight ist der Peak und die Peak Tram, viel steiler hätten sie das auch nicht bauen können. Der Ausblick über die Stadt ist gigantisch. Auch ein Ausflug nach Lantau musste sein, zum größten Freiluft-Budda der Welt (22m, inklusive Sockel 34m!). Die Anreise ist abenteuerlich, mit einem Bus über eine Bergstraße zu rattern, und das bei Linksverkehr und Baustelle…. fast so schlimm wie der Taxi-Verkehr in Beijing. Aber nur fast – weil gegen die Einbahn sind wir nur mit dem Taxi gefahren…

Ein weiteres Erlebnis in Hong Kong sind die Shopping Center – jede U-Bahn-Station hat eigene Shops, alles ist sehr sauber. Die größeren Hotels oder Gebäude haben im Erdgeschoß Shopping Center von der Größe der SCS – und großteils nur Luxus-Stores. Aber nicht wie in Beijing schlecht besucht, nein, bei Louis Vuitton musste man sich sogar anstellen um überhaupt hineinzukommen! Am Wiener Kohlmarkt hat man das Problem nicht, und so viel günstiger ist Hong Kong auch nicht.

Sehr viel günstiger hingegen sind die Straßenmärkte, auch hier bekommt man sämtliche Marken angeboten (unter anderem auch ” Kutchi”) – um die Taschen oder Uhren aber zu sehen folgt man den Damen in die Showrooms. Das sind ganz normale Wohnungen in denen die Regale mit Taschen und Uhren gefüllt sind – ein Paradies für Frauen. Beim Handeln über den Preis hingegen ist Beijing besser, man kann mehr herausholen.

Gebaut wird in Hong Kong in mindestens drei Ebenen – man kann gut 2km auf Plattformen über der Straße gehen ohne jemals an einer Ampel warten zu müssen. Das Highlight sind die Mid-Level Escalators, mehr als 800m Rolltreppe – das dauert knapp 30 Minuten, dann ist man am Fuße des Peak angelangt.

Unsere Herberge, das Excelsior Hong Kong, gehört auch extra erwähnt – wir hatten zwar keinen Hafenblick, was aber nicht schade ist – ein freier Blick auf die Skyline ist auch nicht zu verachten – sorry Peter, deine Wohnung kann da nicht ganz mithalten :)

Die beiden Städte sind aber grundverschieden – in Hong Kong sieht man die Sonne und man versteht Englisch; es ist eine Stadt wie New York (sogar besser?) mit Wolkenkratzern und Meer. Beijing hingegen ist groß und flach – die Kombination aus Shopping Center, KFC, McDonalds und Pizza Hut wiederholt sich alle paar Kilometer, die Luft ist schlecht und der Verkehr einfach zu viel. Auf der anderen Seite gibt es in Beijing mehr Kultur – hier versammeln sich die Verbotene Stadt, der Sommerpalast und die große Mauer als Weltkulturerbe, in Hong Kong versammeln sich “nur” Shopping-Center. Nichts desto trotz ist Hong Kong sicher eine der Städte wo ich mir einen längeren Aufenthalt gut vorstellen könnte, das Flair und die Offenheit der Menschen ist sehr einladend. Sehr empfehlenswert!

Kulinarisches Wochenende

Deutsches Essen in einem deutschen Lokal zusammen mit Deutschen Touristen. Herrlich! Wow, dieses Wochenende hat es in sich. Rein von den Kalorien her gesehen auf jeden Fall – aber Essen macht Spaß und ist ein Genuss, oder? Am Samstag früh hat es uns zum Lufthansa-Center verschlagen – nix besonderes, Kleidung teurer als bei uns, ziemlich zum Vergessen. Aber – gleich in der Nähe ist die Lucky Street, eine Futter-Meile in der es von Japanisch über Koreanisch bis zu Türkisch alles gibt. Auch Deutsches Essen? Ja, natürlich. Es gibt die South German Bakery (auch als “Bodenseestube” bekannt) – Schweinshaxe mit Sauerkraut, Braten, Schnitzel. Und auch Apfelschorle (“Opfl-Soft gspritzt”) gab es.

Also haben wir uns zum ersten Mal seit drei Wochen ein Schnitzl mit Pommes gegönnt. Und anderen Gästen bei den Gesprächen belauscht. Und die Apfelschorle genossen. Das Schnitzel war wirklich in Ordnung, kann man sich nicht beschweren!

Anschließend sind wir noch in einen Laden für deutsche Spezialitäten gelaufen, dort gibt es Frankfurter, Käsekrainer, Knacker, Fleisch, Wurst, Brot, guten Orangensaft, Müsli, Gebäck… das Abendessen war ein Festmahl mit Semmeln, Frankfurtern und Senf (selbst importiert)! Herrlich! Wenn man das alle Tage hat weiß man gar nicht wie sehr einem das Essen abgeht. Keine Frage, das Chinesische Essen ist auch sehr gut und lecker, nur nach knapp einem Monat sind Schnitzel und Frankfurter nicht zu verachten.

Heute früh gab es dann noch ein richtig ausgiebiges Sonntags-Frühstück, mit weichen Eiern (und selbstgebastelten Eierbechern, siehe Foto), sehr gutem Brot, Marmelade, Käse, Schinken. Wie zu Hause. Nur ohne Manuela. Aber Peter ist ein sehr guter Koch, steht um 4:45 auf um Frühstück zu machen, ich glaub er vermisst Kalifornien wirklich :)

Dieses Wochenende ist eindeutig das kulinarische Österreich-Wochenende hier in Beijing. Und entspannt ist es auch; nächste Woche ist das Programm etwas gedrängter, sonst gehen sich weder alle Sehenswürdigkeiten noch alle Restaurants aus, die ich geplant habe. So wenig gibt es hier nicht anzusehen, Manuela kann sich schon auf Forbidden City, Summer Palace, Great Wall, Ming Tombs und Shoppen einstellen.

K A R A O K E ! ! !

Ein Teamevent in einem richtigen Karoke-Club – um von der Arbeit abzulenken! Hier zeigt sich so wirklich wer singen kann und wer nicht. Ich eher nicht. Aber das wisst ihr eh! Das Team hier arbeitet fast schon so viel wie die Leute auf der Baustelle vom Stadion – das Projekt schreitet voran und je näher wir dem End-Termin kommen (der fix ist, weil die CD’s ja auch noch gepresst gehören!), desto stressiger wird es. Mit Österreichischer Gemütlichkeit ist hier nix – es gibt keine Kaffee-Pausen, hier trinkt niemand Kaffee. Wahrscheinlich wurde das von der Regierung so beschlossen, damit mehr gearbeitet wird. Reden im Lift scheint ja auch verboten zu sein, ebenso wie Privatgespräche während der Arbeitszeit. Aber nett ist – keine Suderei – auch wenn uns die U-Bahn vor der Nase wegfährt, das regt niemanden auf. Zumindest hier sind sie (im Vergleich zum Straßenverkehr) sehr entspannt.

Ich gleite ab. Um das Team also ein wenig von der Arbeit abzulenken hat der Peter beschlossen sie alle in einen Karaoke-Club (einen richtigen!) einzuladen. Und sie haben es genossen. Die Chinesen haben offensichtlich ein Karaoke- Gen, auch die Männer reißen sich darum zu singen. Und sie sind gut, sogar sehr gut! Das Dream-Team sind eindeutig Monica und Stephen, die beiden haben es wirklich drauf.

Wir nicht-Chinesen haben uns eher auf das Bier konzentriert, wobei wir festgestellt haben das im Bier ein Hormon einhalten ist, welches eine Mischung aus Östrogen und Progesteron sein dürfte. Weil nach ein paar Bier haben auch wir zu Michael Jackson ( Earth Song), den Bee Gees und ABBA ( Dancing Queen) gesungen. Die Videos dazu waren leider nicht die Originalvideos sondern haben ein wenig an Soft Porn erinnert. Sehr lustig!

Im Eintritt zum Club (6 Stockwerke!) sind Essen und Softdrinks inkludiert, man hat seinen eigenen Raum mit großem Fernseher, Mikrofonen und eigenem WC. Ein wenig wie Sing Star bei Sepp & Sonja ;) Nur das es viel mehr Auswahl an Musik gibt, leider das meiste aber Chinesische Hits, und damit kenn ich mich nicht ganz so gut aus. Deutsch? Nix, kein einziger Song. Aber macht nix, hat trotzdem viel Spaß gemacht!

Die letzten Tage

In den letzten Tagen war weniger Zeit etwas zu schreiben, auch die Bilder von der Mauer haben länger gebraucht um online zu kommen. Aber das Internet ist hier sehr sehr langsam, ich hab also eine gute Ausrede. Also, was hat sich so getan seit Freitag? Samstag Nachmittag ist Peter aus SVL angekommen und wir haben uns redlich bemüht beim anderen gleich einen guten Eindruck zu hinterlassen, hier die ersten Worte:Mike: Guten Morgen, war gestern weg, hab Kopfweh vom vielen Bier…. (*)

Peter: Servus, du, ich geh mir schnell mal Zigaretten kaufen!

Tja, der gute Eindruck war beiderseits dahin. Aber bevor sich jetzt jemand was falsches denkt – der Peter ist ganz ein netter und mir ist seit Samstag nicht mehr langweilig geworden. Und ich durfte auch sein MacBook Pro angreifen! Welche Ehre! Ja, es geht heiss her bei uns (weil die Klimanalage ausgefallen ist) und ich treibe seit dieser Woche auch Sport – halbe Stunde Rad fahren, 10 Längen schwimmen. Das Gym ist eine Klasse für sich – am Eingang begrüßen einen zwei Ladies im Abendkleid, was sehr nett ist. Weniger nett ist der Zustand der Geräte, ist ein wenig so wie auf Ibiza. Aber es geht schon. In der Umkleide gibt es einen Typen der dafür zuständig ist das richtige Kasterl zu finden – die Kästchen sind nämlich weder aufsteigend noch sonst irgendwie sortiert. Random. Und dieser Typ zeigt einem das Kästchen und sieht dann beim Umziehen zu. In aller Ruhe steht der am Eingang und starrt einen an. Nett. Am zweiten Tag habe ich ihn dann offensichtlich nicht mehr so interessiert, da ist er dann doch rausgegangen. Hatte wohl woanders jemandem ein Kästchen zu zeigen.

Das Schwimmbad ist gut, nur warum man eine Badehaube braucht verstehe ich nicht – da ist so viel Chlor drinnen das eh kein Haar überlebt. Bei uns schüttet man sowas über Nacht in verstopfte Ausflüsse. Aber das Immunsystem wird hier sowieso mehr gefordert – hat aber auch Vorteile, bei den ganzen Schwermetallen im Essen spart man sich wenigstens die Nahrungsergänzungen.

Das mit dem Strom für die Klimaanlage hat sich geklärt – das läuft hier in China anders, es ist ein Prepaid-System für Strom. Und da war unser Guthaben aufgebraucht, deswegen: kein Strom. Zum Glück hängen Kühlschrank und Licht an einem anderen Zähler, sonst wär’s komplett unlustig gewesen. So war’s nur eine heisse Nacht, aber wenigstens keine finstere.

Apropos Kühlschrank, der ist zum Bersten voll mit Obst, also ich ernähre mich auch gesund. Ihhh! Ob das gut ist?

(*) Ach ja, falls ihr euch fragt warum ich am Samstag Kopfweh hatte – Freitag Abend waren Gui und ich das Nachtleben checken; seitdem weiß ich das nicht überall ein Karaoke-Club drinnen ist wo draussen Karaoke drauf steht. Weiters weiß ich jetzt auch das es schon Vorteile hat sofort als Ausländer erkannt zu werden – freier Eintritt in die Disco, keine Sicherheitskontrolle und sofort ein freier Tisch. Wenn wir nur ein wenig besser Chinesisch könnten wäre auch die Unterhaltung mit weiblichen Gästen kein Problem…. die stehen auf große und/oder muskulöse Langnasen. Gut, oder? :)

Die Mauer

“How was the great wall?” – “Uhm… Great!” :) Ja, zum ersten Mal hab ich genug Sport getrieben, aber bei 38°C im Schatten auf der Mauer rumlaufen ist auch nicht grad lustig. Sie ist sehr beeindruckend, groß, genial. Man kanns eigentlich gar nicht wirklich beschreiben. Aber einmal von Anfang an – zu fünft sind wir Sonntags früh um 8 zum touristisch best erschlossenen Teilstück der Mauer aufgebrochen, ca. 65km nord-westlich von Beijing. Auf der Autobahn wurde die Aussage “heute ist wenig los” getätigt, in Wien wäre das astreiner Berufsverkehr gewesen – ist aber trotzdem sehr schnell gegangen. Wir hatten jeden Menge Wasser mit, was auch unbedingt notwendig ist – in Summe haben wir rund 220 Höhenmeter überwunden, das zusammen mit vielen, vielen anderen Touristen. Die auch immer wieder Fotos mit Gui und mir machen wollten – Kinder, Frauen, Männer, alles dabei. Die volle Attraktion, wir hätten damit Geld verdienen können (warum fallen mir jetzt die Kamele und Pferde ein mit denen man sich fotografieren lassen konnte?).

Info’s zur Mauer: größtenteils erst im 16. Jahrhundert gebaut, 7m hoch, die Krone bis zu 6m breit, rund 6400 km lang, hat sie als Schutz vor den Mongolen gedient. Auch wenn es das größte Bauwerk ist das jemals von Menschen gebaut wurde (bezogen auf Oberfläche und Masse) ist sie nicht vom Mond aus zu sehen – dafür sind die 6m Breite einfach zu gering!

Danach, schon etwas angeschlagen und Gui mit “leichtem” Sonnenbrand, haben wir uns noch die Ming-Gräber gegeben. Ganz ehrlich, ich fand die überhaupt nicht beeindruckend. Ein wenig Tempel, ein wenig Stein. Nur die Holz-Säulen mit 1m Durchmesser, die waren beeindruckend!

Zum Abschluss hat uns unser Manager (der auch den ganzen Tag Taxi-Fahrer gespielt hat, die 10 Dinge treffen auf ihn nicht zu, ok!) in ein verdammt teures all-you-can-eat-and-drink Restaurant eingeladen. Sehr gut, weil: Sushi! Krabben! Austern! Garnelen! China-Spezialitäten! Salat! Obst! Aber den Tag hat ein Steak, medium-done, mit Messer und Gabel (das mit den Zacken und das flachgedrückte, lange nicht mehr gesehen) verspeist, gerettet. Made my day! Köstlich!

Das konnte auch eine Eigenart der Chinesen nicht trüben – sie nehmen einfach was mit und legen es dir auf den Teller (“Mike, this is for you!”). Egal ob man sagt man ist voll oder schon Nachspeisen und Obst hatte – wurscht. “Das ist für dich.” Na ja, es gibt schlimmeres, oder? Die paar Kilo die ich auf der Mauer verloren habe, die habe ich sicher wieder geschafft. Mist.

10 Dinge die ich an dir hasse

Liebe Taxifahrer von Beijing! Wenn ich in Zukunft in einem Taxi sitze und “ok” sage, dann meine ich die folgenden 10 Dinge, die ich an dir hasse!

  • Gib mir meine Karte zurück, es ist meine und ich brauche sie morgen wieder!
  • Lass ruhig zumindest einmal pro Tag einen Fußgänger rüber, so viel Zeit haben wir auch noch! Du wirst sehen, du fühlst dich danach besser!
  • Ja, hupe ruhig. Der Stau löst sich dann bestimmt auf weil sie alle für dich ausweichen! Und an den Osterhasen glaubst du auch?
  • Wenn du keine Ahnung hast wie man ans Ziel kommt dann frag doch bitte einen Kollegen der mehr Ahnung hat und fahr nicht einfach drauf los!
  • Ich spreche kein Chinesisch. Auch wenn du langsam sprichst und dich 10x wiederholst, ich kann es auch dann noch nicht!
  • Es beeindruckt mich nicht wie du andere Autofahrer schneidest, überhaupt nicht!
  • Du musst mich nicht auf 10°C runterkühlen. Ich bleibe auch so frisch!
  • Wenn es im Radio rauscht dann stell doch bitte einen neuen Sender ein.
  • Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich möchte dieses Wochenende nicht im Krankenhaus verbringen, also fahr langsamer!
  • Aus dem Fenster spucken und Rülpsen gilt im Rest der Welt als unhöflich!

Danke!

Gschichtln zum Wochenende

Ein paar bärige Gschichln übers Taxifahren (gähn!), Bestechung (aaah!), Eiscreme (mmhh!) und die deutsche Sprache (häh?). Das mit der Bestechung in China ist so eine Sache – während man bei uns schon sehr sehr tief in die Tasche greifen muss ist man hier mit zweistelligen Eurobeträgen dabei. Dann bekommt man doch noch seinen Stempel oder wird im Straßenverkehr nicht angezeigt. Was auch nett ist – Ausländer am Steuer werden nicht bestraft, weil sich der Aufwand nicht auszahlt. Gut so. Braucht sich meine Mama nicht mehr fürchten, dass es mir wie in ” Red Corner” ergeht (ein Film der in China übrigens verboten ist!).

Aber Bestechung funktioniert auch auf anderem Level ganz gut und wie der Gui so nett gesagt hat – “making new friends?”. Es war heiss wie Hölle im Office, die Nachmittagsdemotivation war am Höchststand. Also bin ich runter in den Shop und hab 20x Eiscreme gekauft, EUR 2,10 bezahlt und hab die verteilt. Strahlende Gesichter und viele neue Freunde hatte ich auf einmal!

Heute früh haben wir zwei Helden nicht so gestrahlt, der liebe Taxler hat auf die Karte geschaut, irgendwas gegrummelt und ist losgefahren. Nach Süden – falsche Richtung! Na gut, vielleicht will er dem Stau ausweichen. Als er dann die 3. Ringstraße passiert zeige ich ihm noch mal die Karte, was mit grummeln quittiert wird. Gut. Wenig später biegt er in eine Straße ein, bleibt stehen, fragt ob wir hier richtig sind. Also wieder die Karte – jetzt liest er auch die Beschreibung. Und deutet uns auszusteigen!

Wo wir waren? Tja, keine Ahnung! Weit weg von überall. Aber Taxis gibt’s hier genug, der nächste hat uns dann ins Büro gebracht – über eine Stunde und 72 RMB später!

Auch die Heimreise war abenteuerlich – dieser Fahrer hat zu 100% keine theoretische oder praktische Fahrprüfung gehabt sondern nur Need-For-Speed gespielt, Level 3 erreicht und damit seine Lizenz bekommen. Hat aber dafür nur 42 RMB gekostet, trotz Abendverkehr! Ein ordendlicher Preis!

Morgen ist es dann soweit, der Peter kommt wieder aus SVL “zurück”. Ich glaub er freut sich schon auf das chinesische Essen. Viel mehr freu ich mich endlich mit jemandem Deutsch sprechen zu können. Glaubt mir, wenn ich auf der Straße irgendwo jemanden auf Deutsch reden gehört hätte, ich hätte denjenen angesprochen, und wenn’s Hansi Hinterseer gewesen wäre!

PS: Das Bild oben – das ist nur EIN Kübel mit nur EINEM Sackerl drinnen – Mülltrennung auf chinesisch halt.

Halbzeit – was war, was wird?

Ein kurzer Rückblick auf die letzten beiden Wochen in China – “Kriminalstatistische Telefonate im Taxi, Ok?” Wow, es hat sich einiges getan in den letzten beiden Wochen und ich viel erlebt. Bei uns gibt es ja den Slogan “Wien ist anders”. Bullshit. China ist anders – komplett anders. Zuerst einmal sind sie (Taxifahrer ausgenommen) sehr nett und herzlich, auch wenn man sie nicht versteht. Fleissig sind sie auch, an die Baustelle die 24 Stunden, 7 Tage die Woche in Betrieb ist hab ich mich zum Beispiel schon ganz gut gewöhnt. Aber das heute um 6 Uhr morgens der Rasen gemäht wurde, dafür habe ich kein Verständnis. Das Benehmen ist für mich als Europäer eher als “ungezogen” einzustufen, aber man gewöhnt sich daran und sie sind’s halt so gewohnt. Ausländische Essenskultur gibt’s keine, heute waren wir bei “Big Pizza”, ein All-you-can-eat Pizza-Buffet. Ganz ehrlich – mir ist das chinesische Fast-Food-Essen lieber, weil so ein Mix aus Pizza und als Beilage Huhn, das kann nicht wirklich was.

Die Kommunikation mit der Heimat gestaltet sich als etwas schwieriger als erwartet. Wir sind zwar hochtechnisiert, aber so richtig will das Internet nicht (4% Packet loss!), dann geht Skype wieder mal nicht, VoIP der Firma streikt… und auch die Zeitverschiebung macht zu schaffen, wenigstens versteht mich niemand wenn ich in der Firma telefoniere – ein Schelm wer böses denkt!

Aber dank E-Mail und Blog bleiben wir schon in Kontakt und es sind ja nur mehr rund 141120 Minuten bis ich Manuela vom Flughafen abhole! Und über den amerikanischen Gesprächs-Durchschnitt von 5 Minuten pro Tag kommen wir hinaus. Diese 5 Minuten gelten für Paare die länger als 5 Jahre zusammen sind und beinhalten “Milch ist aus”, “Wo ist die Butter” usw. Der Anteil an Gesprächen über die Beziehung an sich liegt bei 2 Minuten pro Tag. (Quelle: Rainer E.)

Zurück zur Arbeit – manche sind noch immer sehr zurückhaltend, besonders die Mädls trauen sich kaum. Aber auch die Männer sind teilweise sehr ruhig – der Gui und ich bemühen uns aber ein wenig Kulturaustausch zu betreiben und Leben in die Bude zu bringen. Das Büro – nicht nur im Aufzug sondern auch auf die selbe Bürofläche passen hier mehr Leute; an sich ja kein Problem. Nur die Klimaanlage schafft das ganze nicht mehr, deswegen ist die Raumtemperatur knapp an der Grenze zur Aussentemperatur und damit eindeutig zu hoch.

Oben schon erwähnter Rainer E. hat mich darauf aufmerksam gemacht das ich in diesem Blog hauptsächlich vom Taxi fahren oder Essen schreibe, deswegen habe ich einmal nachgerechnet, was ich den ganzen lieben langen Tag so mache:1,5h Taxifahren

  • 2h Essen
  • 10h Arbeiten
  • 7,5h Schlafen
  • 2h Bloggen, chatten, lesen
  • 1h “Sitzungen” sowie Körperpflege :)

Nachdem ich nicht über die Arbeit schreiben will und die diversen “Sitzungen” wahrscheinlich eher niemanden interessieren bleib ich beim Schwerpunkt Essen und Taxifahren.

    NCC+=2, NCC = 17

    In den letzten zwei Wochen habe ich pro Tag im Schnitt eine nicht-chinesische Person gesehen, die Innenstadt einmal ausgenommen. Sollte mir das zu denken geben? Nein, die Strafen für Verbrechen gegen Ausländer sind sehr hoch und wirken wirklich abschreckend, ich fühle mich wirklich sehr sicher. Nur beim DVD kaufen muss man halt aufpassen das man nicht über’s Ohr gehauen wird – wobei sich der Schaden mit EUR 1,50 ja in Grenzen hält.

    Mein Chinesisch habe ich auch etwas aufgebessert, zu den beiden Worten die ich bis jetzt schon konnte (你好 und Danke) ist dank Peter’s Blog ein neues hinzugekommen. Eines das sehr flexibel eingesetzt werden kann und viele Bedeutungen hat, je nachdem ich welchem Zusammenhang es verwendet wird. Es lautet “OK” und bedeuted in China “Was auch immer”, “Ich geb auf”, “Sie können das Taxi hier anhalten”, “Fu** you”, “Bitte die Schnellstraße verwenden, ich zahle die 5 Yuan Maut” und noch vieles mehr. Sehr vielseitig dieses Wort.

    Den nächsten beiden Wochen sehe ich mit Freude entgegen, am Freitag kommt endlich Peter, dann sitz ich nicht mehr alleine rum. Weiters habe ich mir vorgenommen eine Wochenkarte im Fitnesscenter zu nehmen, damit Manuela mich wiedererkennt wenn sie ankommt. Auch mit dem Team läuft es inzwischen sehr gut, ich freu mich schon auf die weitere Zusammenarbeit mit ihnen!

    Teamausflug “Sommerpalast”

    Diesen Sonntag hat es einen Teil des Teams zum Sommerpalast Yihe Yuan verschlagen – ein Tagesausflug der besonders viel Spaß gemacht hat. Ein kulturell-kulinarischer Tag mit neuen Freunden. Für die ganze eiligen – ganz unten gibt’s ein paar Fotos. Für alle die weiterlesen wollen erst einmal ein paar geschichtliche Hintergrundinformationen. 1750/1751 hat der Quianlong-Kaiser den Sommerpalast Yihe Yuan als Geschenk zum 60. Geburstag seiner Mutter erstellen lassen. Nachdem die Briten das ganze dann schlauerweise zerstört haben wurde er von Kaiserwitwe Cixi wieder aufgebaut. Das Hauptmotiv des Parks ist der Wunsch nach langem Leben – deswegen gibt es viel Deko mit Hirschen, Kranichen, Kiefer und Bambus. So, genug Geschichte.

    Wir waren zu 8t unterwegs – Gui und ich als ausländische Touristen mit 2 männlichen und 4 weiblichen Guides. Letzere haben nach einem kurzen Spaziergang entlang des Sees für ein perfektes Picknick gesorgt – Sandwich, Salate, Käse, Wurst, Tomaten, scharfes eingelegtes Gemüse (und ich meine scharf!), alles mit Stäbchen zu verzehren. Lustig. Ping hat sich wirklich verausgabt und ich muss sie hier wirklich sehr loben – die Verpflegung war ausgezeichnet!

    Die Stärkung haben wir auch dringend notwendig gehabt – gleich darauf ging’s raus auf den See – zwei 4er-Boote im unerbitterlichen Kampf um die Spitze. Und das nach dem Essen bei 36°C Mittagshitze. Toll. Und die Frauen kann man ja schlecht treten lassen. Sehr toll. Wenigstens einmal ein Workout für mich, weil ich seh schon das ich zugenommen hab. Ich wills ja gar nicht wissen. Wurscht.

    Nach einiger Zeit am See wieder an Land haben wir uns dann die Bauten im “Garten” angesehen – besonders beeindruckend war der 728m lange, mit 8000 (!) Roman- und Landschaftsszenen bemalte Wandelgang. Eine Wucht. Kein Bild wie das andere. Ewig lang. Genial. Anschließend sind wir hinauf zu den tibetischen Klosterbauten – ein anderer Stil als in der Verbotenen Stadt und wieder sehr beeindruckend. Was die Chinesen machen das machen sie nicht halb und schon gar nicht zu klein.

    Was mich sehr verwundert hat ist das vom Team erst die Hälfte der Leute im Park und noch niemand am Berg bei den Klosterbauten war. Wobei sie alle schon mindestens ein Jahr in Beijing wohnen und auch eine spezielle Karte haben mit der sie kostenlos in den Park können. Also wenn ich in eine neue Stadt ziehen würde wären die wichtigsten Sehenswürdigkeiten am ersten Wochenende erledigt. Weil da kann man noch nicht so mit Arbeit eingedeckt sein das man am Wochenende auch im Büro sitzt. Apropos, das kommt dort doch häufiger (als in Österreich) vor, die Chinesen werden uns noch alle überrollen. Zeit für eine neue Verschwörungstheorie, die von den Tempelrittern und Freimaurern ist eh schon so breitgetreten worden ;) Übrigens, bald kommt Teil 2 von ” Das Vermächtnis der Tempelritter” ins Kino ( Trailer).

    Zurück unten am See noch ein wenig spazieren um dann in ein Lokal zu fahren in dem es genau drei Speisen gibt: Fisch normal, Fisch scharf, Fisch sehr scharf. Wir hatten jeweils einmal Fisch normal sowie Fisch scharf, letzterer war zu schaffen wenn man alles was rot war nicht mitgegessen hat. Farbenblinde hatten halt Pech. Vorstellen muss man sich das so das der ganze Fisch in einer Alu-Pfanne liegt und oben drauf kommt dann allerlei Gemüse (Lotusblüten-Stengel!). Gegessen wird direkt aus der Pfanne, natürlich mit Stäbchen – wie immer jeder von jedem Gericht, das gesammte Essen steht in der Mitte des Tisches. Das finde ich einerseits sehr kommunikativ und es hat auch den Vorteil das man überall probieren kann. Und ja, das funktioniert, man kann den ganzen Fisch nur mit Stäbchen vertilgen – verneigt euch vor dem ” 筷子-Master”!

    Der ganze Tag war einfach perfekt – kulturell interessant, kulinarisch ausgezeichnet, freundschaftlich nett. Ich möchte dem ganzen Team wirklich von ganzem Herzen für diesen Ausflug danken und hoffe das es nächste Woche bei der Chinesischen Mauer ebenso lustig wird!

    NCC+=3, NCC = 15

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