Category mikeinchina

Heisse, scharfe & schweigsame Gesellschaft

Wie auch in Wien haben wir in Beijing über 30°C und das erstaunlicherweise bei Sonnenschein und blauem Himmel. Scharfes Essen ist gesund! Das Projekt läuft gut! Ein Update vor dem Wochenende. Ja, gestern hab ich nicht schlecht geschaut – es weht zum ersten Mal seit einer Woche der Wind und ich sehe den Himmel! Bis jetzt war’s ja wie in Österreich im November – nebelverhangen, hohe Luftfeuchtigkeit. Nur halt mit knapp 30°C. Schön ist’s wenn man so die Sonne sieht und es sieht alles viel freundlicher aus.

Heute habe ich den Kaffeeautomaten in der Firma ausprobiert – und nach zwei von drei Sorten wieder aufgegeben. Das was hier “Kaffee” genannt wird verstößt in Europa gegen die Menschenrechte. Grauenhaft. Also doch nichts mit Kaffee am Vormittag. Ich bleib bei meinem überteuerten nach dem Essen – wenigstens kennt mich der Chef schon persönlich, heute ist er aufgrund des erhöhten Gewinns schon in der Sonne gesessen und hat in einem Buch gestöbert :)

Wo wir schon beim Essen sind – Ping, unsere Visual Designerin, ist von ihrem Heimatort im Westen Chinas zurückgekommen und hat scharfes mitgebracht; kulinarisch ist China im Westen schärfer unterwegs. Wie scharf? Also ich hab’s überlebt. Ohne viel Mühe. Es war eigentlich ok. Nach einer Stunde. Es gab Hühnerflügel in scharfer Marinade sowie Bambuswurzeln in Pfeffer. Am Sonntag fährt das Team zum Sommerpalast und Ping wird Lunch besorgen. Irgendwie hab ich die Vorahnung ich sollte etwas zu Trinken einpacken – es wird heiss hergehen.

Das Projekt wegen dem ich hier bin läuft soweit sehr gut, heute ist Gui aus dem SVL Lab eingetroffen, endlich jemand der mein Englisch vollständig versteht. Die chinesischen Kollegen sind zwar teilweise sehr gut aber sie haben halt keine Übung und es gibt immer wieder sprachliche Barrieren. Und an ein Tratscherl am Nachmittag ist gar nicht zu denken, nicht nur sprachlich. Es ist einfach nicht üblich auch mal Pause zu machen und miteinander über etwas anderes als die Arbeit zu reden. Ich bin eh der Revoluzer der immer alle stört – aber ein wenig Kulturaustausch muss sein, oder? Ich ermutige sie ja auch mich anzusprechen. Teilweise trauen sie sich das nicht – ohne offizielles Meeting einfach zu sagen “Du, ich hab eine Frage”. Da wird entschuldigt um nur ja nicht zu stören. Strange. Aber man sieht das auch im Lift – in Wien wird weitergesprochen, kein Problem. Die anderen hören zu oder reden auch miteinander. Abgesehen davon das die Dichte im Lift doppelt so hoch ist herrscht auch Totenstille. Kein Mucks. Man könnte die anderen ja stören.

Zurück zum Projekt – mittlerweile ist schon einiges weitergegangen und es läuft (zumindest meiner Meinung nach) alles in die richtige Richtung. Es ist ein wenig so wie bei jedem Projekt – man muss zwischen “100% perfekt” und “gut genug” abwägen. Aber nachdem es einmal ein Produkt werden soll ist es natürlich eine besondere Herausforderung. Für mich persönlich sehr interessant ist die Erfahrung wie Softwareentwicklung in einem doch relativ großen und verteilten Team funktioniert, das Qualitätsmanagement abläuft und das trotzdem die Probleme von denen eines kleinen Teams nicht so verschieden sind. Und im Code herumzuwühlen und mit Leuten kreativ nach Lösungen zu suchen, das gefällt mir sowieso.

Taxi-Update Donnerstag: nachdem ich einen frühmorgendlichen Call hatte bin ich erst um 10 ins Büro aufgebrochen – und voll im Stau gestanden. Rush-Hour ist hier offensichtlich von 8 – 18 Uhr.

Taxi-Update Freitag: heute früh habe ich einen “Need for Speed” Fahrer erwischt, so schnell war ich noch nie im Büro. Leider habe ich die Kamera nicht griffbereit gehabt als wir auf die Gegenfahrbahn ausgeschwenkt sind um uns am Stau vorbeizuschummeln. Schade drum, wäre ein Spitzenfoto geworden.

NCC+=2, NCC = 12

Chinese Fast Food

Wenn ich so weitermache und nicht bald das Wochenende kommt wird mich mein Liebling in 3 Wochen nicht wiedererkennen. Aber das ist nicht das einzige Problem in der VR China. Alleine mit meinen Erlebnissen beim Taxi-fahren könnte ich locker einen Blog füllen. 你好! Letzte Woche Donnerstag und Freitag war ich mit dem Team wirklich fein essen – Donnerstag gab’s Dim Sum, Freitag Pekingente. Beides sehr lecker aber leider nicht für alle Tage – dafür ist es einfach zu teuer und auch zu weit vom Office weg.

Deswegen gehen wir Mittags jetzt immer in eines der Lokale die sich hier im Bürokomplex befinden. Am Teller befinden sich Reis, etwas Gemüse, etwas Fleisch, Salat, Suppe sowie Huhn oder Rind. Wobei ich jetzt weiß was Peter gemeint hat als er sagte “Tofu is your friend”. Die Hühnerkeule ist wirklich in Ordnung, aber das Curry-Huhn der Hammer. Ich will eigentlich gar nicht wissen welche Teile vom Huhn das waren, aber Brust war’s nicht.

Das ganze nennt sich auf jeden Fall “Chinese Fast Food”, ungefähr so schnell essen die Kollegen hier auch. Am Abend gehe ich dann, streng rotierend, zum McDonalds, KFC oder Pizza Hut. Also auch fettfreies, gesundes Essen :) Und das auch recht spät am Abend. Sehr gut, ihr werdet mich nicht wiedererkennen wenn ich zurück bin! Zusätzlich mache ich auch keinen Sport mehr, ich freu mich schon auf’s Wochenende wenn ich ein wenig in der City rumlaufen kann. Bewegung! Yeah!

Noch etwas zum McDonalds – die waren gestern echt bemüht mit mir Englisch zu sprechen, die Dame hat perfektes Schulenglisch mit mir gesprochen. Nicht das wir uns hochwissenschaftlich unterhalten hätten (können), es war mehr so “PLEASE WAIT A MINUTE”. Ja, sie hat mit mir geschrien als könnte ich nicht nur kein Chinesisch sondern als wäre ich taub auch noch. Wenigstens hat so gleich das ganze Lokal gewusst das ich da bin und sie haben mich alle auf einmal ansehen können…. den Ösi. Wobei ihnen das ja nichts sagt, weil “Austria” und “Australia”, wo ist denn da der Unterschied? Und das ich “Germany” sage, nein, dazu bin ich zu stolz.

Das Taxi-fahren hier ist auch so eine Sache – damit könnte ich locker einen eigenen Blog (MikeImTaxi) füllen. Gar kein Problem. Heute haben mich zwei Fahrer wieder rausgeworfen weil sie den Weg nicht gewusst haben (trotz Karte und Anleitung in Chinesisch), der dritte hat’s dann probiert und ist gescheitert. Passenderweise ist im iPod gerade ” Das Ende vom Kreis” gelaufen, genau an dieser Textstelle:

Gibt nicht auf

Du bist gleich da

Ende Am Ort wo vor dir keiner war

Wie passend, oder? Ich habs dann doch noch ins Office geschafft, aber es war wieder einmal ein Erlebnis.

NCC++, NCC = 10

Update: heute Mittag waren wir in keinem Fast-Food Lokal. Man muss auf sein Essen zwar länger als 2 Minuten warten, aber es zahlt sich aus! Huhn scharf-süß (Brust vom Huhn!), Mais mit Souce, Gemüse, Rind mit Paprika. Wow. Sehr lecker. Und der Preis? Nur 20 Cent teurer als das Fast Food Lokal!

Die (Purpurne) Verbotene Stadt

Am Sonntag habe ich mit einem Arbeitskollegen und seiner Freundin einen weiteren Ausflug in die Innenstadt von Beijing unternommen. Diesmal hat es uns in die Verbotene Stadt verschlagen. Ein Tagesausflug. Dieses Mal hat das Taxi vom selben Startpunkt zum fast selben Zielpunkt (vielleicht 800m Unterschied) nur die Hälfte gekostet, das kommt mir schon komisch vor. Der Fahrer am Samstag ist halt einfach die große Stadtrundfahrt mit mir gefahren, hat so Kilometer gemacht und mehr Kohle kassiert. Das kommt halt davon wenn man sich nicht auskennt. Na ja, so teuer wie bei uns sind die Taxis ja zum Glück nicht.

Auf jeden Fall sind wir direkt vor der Verbotenen Stadt ausgeladen worden und zusammen mit den Menschenmassen hinein in die Stadt. Die Stadt. Riesig. Beeindruckend. 1406 wurde mit dem Bau begonnen, schon 1420 beendet. Auch mit mehr als 1 Million Sklaven und 100.000 Kunsthandwerkern eine beachtliche Leistung. Insgesamt gibt es 890 Paläste und 9999 Räume, 10.000 darf nur ein Palast im Himmel haben.

Welch, seine Freundin Rolau und ich haben ziemlich den ganzen Tag in der Verbotenen Stadt verbracht – es gibt einfach viel zu sehen und zu gehen. Auch das Palastmuseum mit seinen Schätzen haben wir besucht. Beeindruckent. Ich weiß gar nicht was ich hier schreiben soll, man muss es einfach gesehen haben. Ich werden in Ruhe die Fotos sichten und dann später online stellen, es sind jetzt einfach zu viele.

Anschließend hat es uns noch ins Ausgehviertel verschlagen, auch unter Tags ist einiges los. Besonders lustig fand ich das ich als Nicht-Einheimischer ihnen den Weg gezeigt habe :) Fairerweise muss man sagen das die beiden nicht aus Beijing sondern zugezogen sind. Es ist schon etwas ganz anderes wenn man mit jemandem unterwegs ist der die Leute versteht. Und Lesen kann. Nur so habe auch ich etwas zu Essen bekommen – lecker und sehr günstig, aber unmöglich selbst zu bestellen. Bis zu Olympia 2008 müssen zumindest die Speisekarten noch übersetzt werden.

Letzte Station war der Park mit dem weissen Turm, auch sehr idyllisch, wenn auch etwas zu heiss für meinen Geschmack. Man hat am Sonntag nämlich den blauen Himmel erahnen können und es war wirklich sehr sehr heiss. Und kein einziges Lüftchen. Nichts, keine Regung.

Retour ging’s mit Lucy Liu (die erste weibliche Taxifahrerin), die ihren Führerschein nicht mal im Lotto gewonnen hat. Also mir sind ja die Need-for-Speed Typen lieber, da hat man wenigstens das Gefühl man kommt weiter. Aber Lucy… die war bei 40km/h schon in der 4ten und ist “sehr benzinsparend” unterwegs gewesen. Aber wir haben’s geschafft. Ich persönlich glaube trotzdem nach wie vor das beim Jahresservice von Autos hier in China die Hupe als Verschleißteil ausgetauscht wird…

In Summe war der Sonntag sehr anstrengend da wir viel zu Fuß gelaufen sind. Auch wenn man nur in einem Stadtteil bzw in diesem Fall in einer Attraktion bleibt bekommt man genug Auslauf. Was mir nicht schadet, aber dazu morgen mehr. Und auch D A N K E an Welch + Rolau für die Begleitung!

NCC += 6, NCC=9!

“Chinatown pur” – Beijing City

Auch ohne “links/rechts” auf Chinesisch habe ich es in die Beijinger Innenstadt geschafft. Und geschafft bin ich am Ende des Tages wieder aus selbiger abgereist. War ein spannender Sightseeing-Tag. Auf einer 5-spurigen Straße (pro Richtung!) gings direkt zum Tian’anmen Square, dem größten innerstädtischen Platz mit Raum für eine halbe Million Menschen. Ganz so viele waren nicht dort, es war aber tortzdem einiges los. Und ständig hat mich jemand angesprochen – Wasser, Ansichtskarten oder auch einfach nur so. Einfach nur so? Obwohl ich zu 100% als Tourist erkennbar bin, unabhängig davon ob ich den Stadtplan und die Kamera heraussen habe oder nicht? Die (meist weiblichen) Personen wollen nicht nach dem Weg fragen sondern sind Schlepper – man wird in ein Gespräch verwickelt und in ein Teehaus mit horrenden Preisen verschleppt. Oder in eine Kunstgallerie für “bedürftige Studenten”. Alles natürlich Humbug.

Zurück zum Platz an sich – sehr, sehr beeindruckend, der ist wirklich ein Wahnsinn! So wie bei allem anderen lassen sich die Chinesen nicht lumpen – ich freu mich schon morgen auf den Besuch der Verbotenen Stadt. Die hab ich heute ausgelassen, bin aber trotzdem genug herumgekommen. Antiquitäten-Straße, “Alt-Chinesisches” Viertel, chinesische Einkaufsstraße (Hosen ab EUR 3,-, Hemden ab EUR 2,-!!!), westliche Einkaufsstraße, Einkaufszentrum (innerstädtisch, so groß wie die SCS!)…. Leider ist es in Beijing nicht so das man alles zu Fuß ablaufen kann – dafür ist die Stadt einfach zu groß. Aber ich bin ja eh lange genug hier und hab keinen Stress.

Also wieder zurückgestaut. Apropos, Beijing hat rund 3 Millionen Autos und das ist auch der Grund warum man sich eigentlich keinen Sonnenbrand holen kann – es ist auf den Fotos eventuell eh zu sehen. Das ist leider kein Hochnebel, sondern astreiner Smog. Die Luft ist wirklich schlecht.

Zum Schluss der aktuelle “Nicht-Chinesen-Count” (NCC), bezogen auf die Region rund ums Stadtion habe ich diesen heute von 0 auf 3 erhöht! In der Innenstadt habe ich nicht mitgezählt, da trifft man schon einige nicht-Chinesen. Aber nicht in Massen, eher vereinzelt.

Kurz vor’m Wochenende

Links Rülpsen auf der Gegenfahrbahn in unterschiedlichsten Zeitzonen, und das kurz vor dem Wochenende! 你好!

Einige Wörter die ich unbedingt noch lernen muss sind “Links” und “Rechts”, ansonsten kommt man hier beim Taxi-fahren nicht ans Ziel. Sie schaffens zwar ohne Kratzer und Unfall auf der Straße (machmal auch auf der Gegenfahrbahn), aber man muss ihnen als Fahrgast ansagen wo’s lang geht. Was bei der Größe auch nicht verwunderlich ist. Und irgendwie hab ich ja die Vermutung die Erfinder des Spiels “Need for Speed” waren Chinesen….

Heute ist mir noch was ungewöhnliches aufgefallen – im Büro hat jemand gerülpst. Keine Regung von den Kollegen, Verwunderung bei mir. Ok, ist halt passiert. Doch nein, das ist noch ein paar Mal passiert. Also Google angeworfen und nachgesehen. Siehe da, das Rülpsen hat einen historischen Hintergrund! Wer hätte das gedacht?

Und wer hätte gedacht das sich ganz China zwar über 5 Zeitzonen erstreckt, aber nur eine einheitliche Zeit hat? Das hat zur Folge das es in Beijing schon sehr früh hell bzw. dunkel wird, die Bevölkerung weiter im Westen aber verschobene Arbeitszeiten von 11-20 Uhr hat. Jetzt weiß ich endlich warum ich immer um 5 Uhr morgens munter bin und es schon taghell ist.

Nachdem ich bis jetzt ausser Baustelle rund ums Stadion, Autobahn und IBM-Office noch nichts gesehen habe werde ich mich morgen auf Sightseeing-Tour begeben!

Schönes Wochenende,

Mike

PS: Kulinarisch habe ich heute Pekingente / 北京烤鸭/北京烤鴨 probiert – lecker, lecker sag ich euch! So ein voller Tisch mit Futter für 10 Personen, das schafft man sonst nirgends! Ausserdem glaub ich endlich essbares Brot gefunden zu haben…

Erste Eindrücke

Die ersten Eindrücke aus dem Reich der Mitte sind vielfältig und geprägt von krassen Unterschieden im Alltag sowie sprachlichen Barrieren. Ohne ein Wort Chinesisch zu verstehen ist es es nicht ganz so einfach in 北京. 你好!

(pronounced as nee how, means hello)

Der China-Trip hat mich ja schon einige Tage vor der Abreise zu verfolgen begonnen – da lauf ich bei chinesischen Restaurants vorbei, mir fallen die “Made in China” Schilder auf allem und jedem auf und sogar in den Zeitungen im Flugzeug sind Artikel zu China zu finden. Und zwar ging es um Olympia 2008 und die fehlende Freundlichkeit der Kiwara. Aufgrund dieser (bei der Passkontrolle am eigenen Leib geprüften) fehlenden Benimmregeln gibt es Benimmkurse für die Polizei. Wobei man bitte nicht vom Sicherheitspersonal auf ganz China schließen sollte – bis auf die Taxifahrer sind die Chinesen die ich bis jetzt kennenlernen durfte sehr nett und zuvorkommend!

Apropos Taxifahren – es gibt definitiv Verkehrsregeln, die dürften aber nur zwischen 1 und 3 Uhr früh an ungeraden Tagen in Monaten mit weniger als 10°C Durchschnittstemperatur gelten. Beispiel gefällig? Wenn eine Straße (ob Autobahn oder nicht ist egal) für 3 Autos breit genug ist dann fahren auch 3 Autos nebeneinander. Auch wenn’s nur 2 Spuren gibt. Pannenstreifen? Ist doch auch eine Fahrbahn, oder? Und Fußgänger haben absolut keine Rechte, auch nicht auf markierten Übergängen (aka “Zebrastreifen”). So einige Male habe ich mir gedacht “Schafft der das noch drüber oder erwischen wir ihn?”.

Aber plaudern wir ein wenig über die Leute an sich – als Ausländer fällt man hier einfach auf. Seit ich am Flughafen ins Taxi gestiegen bin habe ich nur mehr Chinesen gesehen. Wirklich. Ausländer-Count = 0. Die meisten schauen mich groß an (“Was hat der in der Gegend verloren?”). Was ja auch irgendwie stimmt. Wohnen tu ich neben dem gerade entstehenden Olympia-Stadion, also direkt am Puls der Zeit. Dort wo halt die Großbaustelle ist. Ist aber nicht so schlimm, ich hab grausamere Wohntürme gesehen. Und 16 Millionen Leute wollen mal wo untergebracht sein. Und das sind sie meist in Wohnblöcken die ganz gut auf die geringere Körpergröße ausgerichtet sind – macht sich z.B. am Türstock bemerkbar. Oder wenn ich mit einigen anderen auf den Aufzug warte bin ich um gut einen Kopf größer – wenn man das im Spiegel gegenüber betrachtet sieht’s ganz lustig aus.

Einkaufen war ich auch schon, es ist so ein wenig die Suche nach bekannten Farben und Formen – Cola geht noch recht leicht aber beim Tonic muss man das Logo und die Farbe schon gut in Erinnerung haben. Ein anderes Problem ist Joghurt (überlebenswichtig für mich!), sich nur nach der Packung (4er-Box) und abgebildeten Früchten zu orientieren funktioniert nicht. Weil es gibt Fruchtzwerg-Boxen mit Pflaumen- oder Orangen-Frischkäse drinnen. Grausam!

Das Essen bis jetzt war in Ordnung, die typische chinesische Pizza-Hut Thunfisch-Pizza hat auch Meeresfrüchte sowie Ananas mit drauf. Aber gut ist sie gewesen. Problem: relativ teuer. Heute Mittag dann Dim Sum. In einem echten China-Restaurant, davon kenne ich in Wien nur eines das in etwas vergleichbar ist. Was wir bestellt haben? Ich gar nichts. Was wir gegessen haben? Ich hab nicht wirklich eine Ahnung, aber gut war’s. Verschiedenste Dim Sum mit Tomaten, Fleisch, Grünzeug etc. gefüllt. Lecker! Besser als die Pizza. Weit besser. Und auch sehr viel günstiger – 80cent für 12 Stück. Unschlagbar. Heute Abend war ich beim KFC, Pustekuchen, kein einziges Produkt in Englisch angeschrieben; morgen probier ich dann den Mäci aus.

Zum Schluss noch zwei nette kulturelle Unterschiede – nachdem hier sehr wenige Leute Kaffee trinken um die 2-Uhr Müdigkeit zu bekämpfen machen die einfach für 15-20 Minuten ein Nickerchen. Im Office. Stirn auf die Tischplatte und geht schon los. Die (weiblichen) Profis haben sogar (Plüsch)Polster mit. Ist so, stört keinen, find ich gut. Eine andere kuriose Regel ist die gesetzliche Begrenzung auf ein Kind pro Familie. Ausser Mutter und Vater sind Einzelkinder, dann dürfen sie auch zwei bekommen.

Na ich bin da mal gespannt was noch so auf mich zukommt in 北京.

Newer posts