Woran du ein veraltetes WordPress erkennst (und wie du es behebst)

Kennst du das? Du schaust dir eine Website an – ob bei einem Kundengespräch oder einfach aus Neugier – und irgendwas stimmt nicht. Das Design wirkt altmodisch, die Seite lädt zäh. Aber konkret benennen, was das Problem ist? Schwierig.

Ich mache seit Jahren Website-Checks und sehe dabei immer wieder dieselben Muster. Kunden, die aus Sparsamkeit oder Nostalgie an alten Websites festhalten. Webdesigner:innen, die auch 2026 noch mit denselben Tools arbeiten wie 2015. Websites, die deswegen zu einem echten Sicherheitsproblem geworden sind.

Heute zeige ich dir, an welchen konkreten Zeichen du eine veraltete WordPress-Website sofort erkennst – und was du dagegen tun kannst.
So erkennst du ein veraltetes WordPress (oder einen Webdesigner, der nicht mit der Zeit gegangen ist)

TLDR: Bestimmte Plugins und veraltete Theme-Strukturen verraten sofort, ob eine Website technisch überholt ist. Ein Redesign mit modernen Tools löst nicht nur das Optik-Problem, sondern macht WordPress auch sicherer und leichter wartbar.

Diese Plugins sind ein klares Warnsignal

Wenn ich im Rahmen eines Website-Checks für eine Wartung die installierten Plugins durchgehe, gibt es einige, die mir sofort sagen: Diese Website braucht kein Facelift – die braucht einen echten Neustart.

Hier sind die Plugin-Klassiker, bei denen sofort die Alarmglocken schrillen.:

  • Classic Widgets – Die ursprüngliche Widget-Verwaltung, längst durch modernere Alternativen abgelöst.
  • Classic Editor – Wer den Gutenberg-Editor noch immer meidet, bremst sich selbst aus und geht nicht mit der Zeit.
  • Enfold – Hatte seine Zeit. Eine lange Amtszeit sogar. Aber die ist vorbei.
  • WP Bakery Builder – Früher überall, heute ein Wartungsalptraum und nicht auf der Höhe der Zeit.
  • Divi 4 – Divi 5 ist ein anderes Tier, aber viele Kunden (und Webdesigner:innen!) bleiben stur bei Version 4.
  • Elementor mit Abschnitten & Spalten – Die (sehr!) alte Elementor-Struktur mit Abschnitten und Spalten zeigt, dass hier seit Jahren nichts mehr angefasst wurde.

Nicht jedes dieser Plugins ist an sich kaputt. Sie hatten einfach ihre Zeit und kommen aus der Legacy-Falle nicht heraus und haben auf einem modernen WordPress-Setup nichts mehr verloren.

Übrigens, ich treffe gelegentlich auf Webdesigner:innen, die nach wie vor damit arbeiten und auf „ihr Divi 4“ schwören. Ich sage das ohne Häme: Das ist nicht mehr zeitgemäß. Wer aktiv in einer Community wie den Website Heroes ist, bekommt solche Entwicklungen früh mit und lernt laufend dazu. Wer es nicht ist… nun ja.

Moderne CSS-Funktionen: bitte, danke

Ich kenne natürlich nicht jedes Plugin und Theme, aber ein weiteres Warnsignal ist CSS, welches keine modernen Funktionen nutzt.

Moderne Websites setzen auf:

  • Responsive Fonts mit clamp() – Schriftgrößen passen sich fließend an, ohne harte Sprünge
  • Container Queries – Komponenten reagieren auf ihren eigenen Container, nicht nur auf die Fensterbreite
  • CSS-Variablen für Farben, Schriften, Abstände – Design-Entscheidungen lassen sich so zentral verwalten und überall konsistent halten
  • Komponenten-basiertes Denken – Wiederverwendbare Bausteine statt jedes Mal alles neu zu erfinden

Der Unterschied ist nicht nur technischer Natur – er ist im echten Browser-Erlebnis spürbar. Websites laden merklich schneller.

Was du jetzt tun kannst

Die gute Nachricht: Das Problem hat eine klare Lösung.

Ein Redesign. Ich weiß, das klingt erst mal groß. Aber wenn eine Website mit mehreren der oben genannten Plugins läuft und das Theme dazu aus der Mottenkiste kommt, ist ein halbes Stündchen Plugin-Aufräumen keine Option mehr. Dann macht ein sauberer Neustart deutlich mehr Sinn.

Meine Tool-Empfehlungen für den (technischen) Rebuild:

  1. Bricks Builder – Mein persönlicher Favorit. Modern, schnell, developer-friendly.
  2. Etch – Relativ neu, aber sehr vielversprechend.
  3. Elementor 4 – Wer schon mit Elementor arbeitet: Komponenten, Klassen und Variablen sind ein echter Schritt nach vorne.

Was du damit langfristig gewinnst:

  • Ein schnelleres WordPress
  • Deutlich weniger Plugins – und damit weniger Angriffsfläche bei Security-Themen
  • Eine Website, die sich wieder sauber warten lässt
  • Technische Grundlagen, die in den nächsten Jahren halten

Wenn Kund:innen zögern, weil sie an der alten Website hängen – das kenne ich. Aber eine solide WordPress-Wartung beginnt manchmal damit, veraltete Strukturen loszulassen. Das ist kein Vorwurf an frühere Entscheidungen. Das ist einfach der Lauf der Dinge.

Fazit

Ein veraltetes WordPress ist keine Schande – aber es sollte kein Dauerzustand sein. Die Zeichen sind meistens eindeutig: bestimmte Plugins, alte Theme-Strukturen, keine modernen CSS-Techniken. Wenn du diese Muster erkennst, weißt du, was zu tun ist.

Du willst, dass ich einen Blick auf dein WordPress-Setup werfe? Dann melde dich gerne bei mir. Wir klären, was für dich der richtige Weg ist.

Lass uns einfach Websites bauen,

Michae

Fragen

Wie erkenne ich, welche Plugins auf einer fremden Website installiert sind?

Plugins sind von außen nicht immer sichtbar. Tools wie InspectWP oder ein Blick in den Quellcode liefern aber oft Hinweise. Bei einem Website-Check gehe ich das systematisch durch.

Muss ich wirklich neu bauen oder reicht ein Plugin-Update?

Manchmal reicht ein Update und das Ersetzen einer Handvoll Plugins.

Aber wenn mehrere der oben genannten Plugins gleichzeitig aktiv sind und das Theme dazu noch veraltet ist, ist ein Redesign die bessere Investition. Updates beheben das Problem in diesem Fall nur oberflächlich.

Was ist der Unterschied zwischen Divi 4 und Divi 5?

Divi 5 wurde von Grund auf neu entwickelt und bringt eine völlig andere Architektur mit. Divi 4 basiert auf einer veralteten Codebasis – regelmäßig gepatcht, aber technisch nicht mehr zeitgemäß.

Kann ich von Elementor (alt) auf Bricks wechseln, ohne alles neu bauen zu müssen?

Nein – es gibt keine automatische Migration. Der Wechsel bedeutet einen Rebuild. Das klingt nach Aufwand, ist aber oft die Chance für ein komplett besseres Ergebnis. :-)

Sind Classic Editor und Classic Widgets wirklich ein Problem?

Nicht unbedingt für die Grundfunktion. Aber sie signalisieren, dass die Website seit Jahren nicht modernisiert wurde. Warnsignal für alles, was darunterliegt.

Wie oft sollte man eine WordPress-Website grundlegend modernisieren

Grobe Faustregel: Alle drei bis fünf Jahre prüfen, ob die technische Basis noch trägt. Websites, die länger auf derselben Struktur laufen, haben meistens unsichtbare Probleme angesammelt.

Bild von Michael
Hi, ich bin Michael Baierl und bin WordPress-Programmierer aus Wien. In meiner WordPress-Community – den Website Heroes – finden Web-Designer alles, um großartige Websites für ihre Kunden zu erstellen und finanziell erfolgreich zu sein: regelmäßige Weiterbildung, Austausch, Feedback, schnelle Problemlösung und Co-Working. Schau gleich vorbei.

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