7 Gründe warum du Videos nie selbst hosten solltest

Du hast ein Video erstellt und willst es auf deiner Website einbinden.

Also erstellst du einen neuen Blog-Beitrag in WordPress und lädst das Video in die Mediathek hoch … und das dauert ganz schön lange.

Ist das Video endlich hochgeladen drückst du auf “Veröffentlichen” und ...
7 Gründe warum du Videos nie selbst hosten solltest

… jetzt fangen die Probleme erst an!

Das Feedback, welches du auf dein Video bekommst, lautet:

“Hey, ich wollte mir das Video ansehen, aber nach ein paar Sekunden hat die Wiedergabe gestoppt.”

“Ich sehe kein Video, sondern nur eine schwarze Box.”

“Ich kann dein Video auf meinem Handy nicht abspielen.”

Komisch, oder? Dabei hat es doch vorher funktioniert, als du es selbst ausprobiert hast? Du lädst also den Blog-Beitrag neu und es dauert eeeeeewig, bis die Seite geladen ist. Aber wieso dauert das so lange? Du kannst doch sonst auch Videos im Web ansehen?

Warum ist das so? Warum “funktionieren” deine Videos nicht?

Merke: Nur weil du Videos in WordPress hochladen kannst, heißt das nicht, dass du das auch tun solltest!

Bevor ich dir jetzt aber erkläre, warum du Videos niemals selbst auf deiner Website hosten solltest, möchte ich dir noch einen wichtigen Unterschied erklären.

Einbinden von Videos vs. Videos selbst hosten

Das Einbinden von Videos in deine Website erfolgt in zwei Schritten:

Erstens lädst du ein Video bei einem spezialisierten Video-Dienstleister hoch. Beispiele dafür sind YouTube, Vimeo oder Wistia.

Danach kopierst du die URL des Videos und fügst diese in deine WordPress-Seite ein. Das Video wird auf deiner Website angezeigt, aber vom Video-Hoster gestreamed. 

Das ganze sieht dann so aus:

Im Unterschied dazu hostest du das Video selbst, wenn du es wie ein Bild oder eine Grafik in die WordPress-Mediathek hochlädst. Dein Webserver liefert dabei deine Website UND das Video aus.

Jetzt aber zu den 7 Gründen, warum du Videos nie direkt in die WordPress Mediathek hochladen solltest – im speziellen bei Massen- oder Billighostern.

1. Geschwindigkeit des Servers

Wie wir weiter oben schon festgestellt haben, können Videos sehr schnell sehr groß werden. Typische HD-Videos von mir haben rasch 1GB und mehr erreicht. Im Vergleich zu Bildern, die auch einfach optimiert werden können, ist das massiv viel. 

Wollen mehrere Besucher deiner Website das selbe Video ansehen, muss der Webserver das Video an jeden Besucher extra ausliefern. Da bei einem Shared-Hoster (und auch bei deinem eigenen Server) nicht beliebig viel Bandbreite zur Verfügung steht, wird die Video-Datei für manche Besucher langsamer ausgeliefert.

Denn ist die maximale Bandbreite überschritten, liefert der Webserver gar nichts mehr aus. Deine eigene Website und auch andere Websites auf demselben Server werden dadurch immer langsamer angezeigt.

Aber – das Problem wirst du vermutlich nicht haben, weil vorher ein anderes Problem auftritt:

2. Upload-Beschränkungen und Speicherplatz

Üblicherweise kannst du nur Dateien bis ca. 50MB in die WordPress-Mediathek hochladen. Beim Premium-Hoster All-Inkl sind bis zu 200MB möglich, das ist aber auch schon das obere Limit bei wirklich guten Hostern.

Damit gehen sich nur Videos von ein paar Minuten Länge aus. 

Abgesehen davon erlauben manche Hoster den Upload von größeren Dateien gar nicht – lies dir hierzu einmal die AGBs deines Anbieters durch.

Und selbst wenn du die Video-Dateien hochladen kannst, könnte bei Billig-Hostern der Speicherplatz knapp werden.

Weiters wird das Backup deiner WordPress-Installation (du erstellst doch ein Backup, oder?) entweder ewig lange daueren oder gar nicht mehr durchgeführt. Nicht gerade ideal, oder?

3. Lange Ladezeiten und ruckelnde Videos

Lieferst du dein Video von einem Server mit begrenzter Bandbreite aus, wird es länger dauern, bis das Video zu laufen beginnt. Oder das Video macht, während es abspielt, eine Pause um nachzuladen. 

Das ist lästig und deine Besucher sind in dem Fall sofort wieder weg. 

4. Das Problem mit Videos in HD-Qualität

Du nimmst dein Video selbstverständlich in HD (1080p oder 720p) auf, eventuell sogar in 2k oder 4k. Das lässt die Größe des Videos weiter ansteigen und die Bitrate des Videos steigt auf 5.000-8.000 kbps. 

Das ist kein Problem, wenn dein Besucher das Video mit einer schnellen Internetleitung am Desktop-Computer ansieht.

Aber immer mehr Besucher sind mobil unterwegs. Und haben langsamere – uns schwankende – Internet-Verbindungen. Du musst dein Video also auch in anderen Auflösungen und Datenraten anbieten, damit das Video nicht ruckelt und optimal ausgeliefert wird.

Idealerweise konvertierst du dein Video also von 4k auch in 2k, 1080p, 720p, 480p, 360px, 240p und 144p, so wie YouTube das auch tut:

Pro Video hast du also bis zu acht (!!!) Video-Dateien, die du auf deinen Webserver hochladen musst. Aber wie weiß deine Website, welcher Besucher welche Datei anschauen will?

5. Der Video-Player für deine Website

Hier kommt der Video-Player ins Spiel. Das ist eine kleine Software, die du auf deiner Website installierst und die Play/Pause/Fullscreen und weitere Funktionen zur Verfügung stellt. 

Gleichzeitig stellt der Video-Player sicher:

  • dass die richtige Version (.mp4, .webm) 
  • in der richtigen Auflösung (HD, SD etc.) 
  • mit der richtigen Bitrate 

an den jeweiligen Browser gesendet wird.

Es gibt einige gute Video-Player (z.B. Video.js) und WordPress inkludiert ebenso einen. Du benötigst also kein extra Plugin, denn WordPress und der Gutenberg-Editor können inzwischen mit den meisten Videos problemlos umgehen und diese direkt einbinden.

Großartig!

Du musst dich also um nichts mehr kümmern, wenn du das Video dort einfach einbettest. 

6. Sichtbarkeit deines Videos

YouTube ist die größte Video-Plattform der Welt. Gleichzeitig ist YouTube die größte Suchmaschine der Welt für Videos. Hostest du dein Video selbst, dann wird dein Video auf YouTube aber nie gefunden werden, denn YouTube zeigt nur eigene Videos an.

Verwendest du hingegen YouTube oder Vimeo, dann wird dein Video auch in deren Suche auffindbar sein und du erschließt neue Kundengruppen. Diese finden dein Video, befinden es (hoffentlich ;-) ) für gut und werden auf dich und deine Website aufmerksam.

Gleichzeitig werden Videos auf diesen Plattformen durch die integrierten Tools in den sozialen Medien geteilt, was wiederum deine Reichweite erhöht.

Lädst du dein Video also direkt auf deine Website hoch, dann verzichtest du auf diese Reichweite.

7. Raubkopien von deinen Videos

Wenn du einen Mitgliederbereich betreibst, dann möchtest du natürlich nicht, dass deine Videos heruntergeladen oder geteilt werden können. 

Hostest du deine Videos selbst, dann ist genau das aber ein Problem. Denn die Videos können super einfach von deiner Website heruntergeladen werden. YouTube macht es sogar noch einfacher – hier hat jedes Video einen “Teilen”-Link in der rechten oberen Ecke.

Bei Vimeo Pro kannst du hingegen einstellen, dass deine Videos nicht öffentlich sichtbar sind und nur von deiner eigenen Domain aus abgespielt werden können. Gleichzeitig erschwert Vimeo den Download des Videos durch technische Tricks.

Du erkennst vielleicht schon – wenn  du einen Mitgliederbereich aufbauen willst, dann führt kein Weg um professionelles Hosting mit Vimeo Pro herum.

Wie solltest du Videos auf deiner WordPress-Website einbinden und hosten?

Du solltest deine Videos IMMER bei einem speziellen Video-Hoster (YouTube, Vimeo, Wistia o.ä. hochladen und dann in deine Website EINBETTEN. 

Schritt 1: Lade dein Video bei einem Video-Hoster deiner Wahl hoch, z.B. Vimeo.

Schritt 2: Wenn dein Video hochgeladen ist und konvertiert wurde kopiere einfach die URL des Videos und füge diese in die Seite oder den Beitrag in WordPress ein. 

Und zwar so:

Besucher deiner Website sehen dann automatisch das Video an der Stelle, wo du die URL des Videos eingefügt hast. Aber das Video wird vom Video-Hoster gestreamed, und nicht von deinem eigenen Server.

Der Video-Player stellt dabei sicher, dass das Video perfekt an den Browser, den Computer bzw. das Mobilgerät und die Internetverbindung angepasst ist. Du musst dafür nichts auf deiner WordPress-Website installieren und keine Plugins aktualisieren – alles funktioniert ganz einfach und ohne HTML-Code

Diese Video-Hoster betreiben tausende ausfallsichere Server rund um den Globus für dich. Sieht sich jemand dein Video an, dann wird dieses von dem Server ausgeliefert, der am nächsten zu deinem Besucher ist. Dadurch wird sichergestellt, dass das Video ohne Verzögerung und ohne zu ruckeln abgespielt werden kann.

Das gewährleistet wiederum, dass deine Besucher auf deiner Website bleiben, zufrieden sind und hoffentlich zu Kunden werden.

Lass uns einfach Websites bauen,

Michael 

PS: Wie sind deine Erfahrungen mit Video-Hosting? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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